Bo Wimmer tippt den SLAM 2014: Einzel Vorrunde 5

Keiner tippt die Runden besser, keiner ist dabei so eloquent und niemand kann solche Haare besser tragen. Wenn es einen Menschen gibt, der sich freimütig Slam-Spezialist nennen darf, dann ist es der Marburger Slammer und Moderator Bo Wimmer.

 

Bereits 2012 und 2013 hat er sich hingesetzt und sich akribisch mit den Runden der Slam-Meisterschaften auseinandergesetzt, hat Favoriten ausgemacht und dabei die ein oder andere Anekdote preis gegeben.

 

Wir freuen uns, dass sich Bo in diesem Jahr dazu bereit erklärt hat, für uns die Einzel und Team Runden des SLAM 2014 zu untersuchen. Ihn selbst erleben kann man unter anderem als Conférencier bei der Verleihung der SLAM 2014 Awards am Freitag, den 31. Oktober 2014 ab 00.30 Uhr in der Scheune.

 

Weiter geht’s mit Einzel Vorrunde 5 (Mi, 29.10., 21.30 Uhr, GrooveStation)!

GrooveStation, Björn Högsdal, der großgewachsene Norweger vom Bodensee, und sein Helferlein, der viel zu kluge und stets hübsch-behemdete Hinnerk “Ich-find-Dich-Scheiße-und-ich-sag-es-Dir” Köhn treffen sich im Backstage.
“Spürst Du den kalten, harten Wind der Nordsee, Hinnerk?”
“Oh ja, mein Captain, oh ja! Nur der Narr fürchtet nicht den blanken Hans!”
“Wir werden das Eis brechen, Hinnerk, aber Tränen werden fliessen”
“Aye, Aye Captain! Tränen werden fliessen!”

 

Katja Hofmann – LM Thüringen
Katja Hoffmann ist Thüringen-Meister geworden! Gratulation!

 

Dominik Bartels — Poppin Poetry Slam Braunschweig
Dominik Bartels habe ich viel zu lange nicht mehr gesehen. Mir scheint, er macht inzwischen weniger auf Gericht und mehr auf Buch. Er liebt Langstrecke und Irland und daran kann man schon erkennen, daß der Mann sein Herz nicht nur auf dem rechten Fleck hat, sondern es auch noch voller Leben und Leidenschaft schlägt! Seine Texte haben so viel mehr Aussagen als die Summe von 90% aller Texte, die ich mir anhören muss, und allein dafür liebe ich ihn, und wer weiß, kriegt er den Sachsen auf dem linken Fuss, werden sie ihn lieben wie ich, und er weiterkommen.

 

Andreas in der Au — Poetry Slam Weimar
AIDA, wie wir ihn kennen, macht inzwischen geschäftstüchtig die Steuer für die halbe Slamily. Der mensch-gewordene Flummi sorgte für Irritationen, als er vor ein paar Jahren die Slambühnen betrat, aber irgendwann musste jeder einsehen, daß man gegen seine Liebe und Begeisterung keine Chance hatte (Happiness is a warm gun). Auf Bühnen begeistert er ob der Tatsache, daß sich jeder insgeheim wünscht, ein Disney-Film würde wahr. Die psycho-pathologisch rote Nase ist er inzwischen losgeworden, vom Clown zum Steuermann, aber froh macht er immer noch jeden, der weiß, wie man ihn sich vom Leibe halten kann, oder der eben damit klarkommt, daß er immer und aus- und andauernd die Aufmerksamkeit aller Anwesenden bedarf, und diese notfalls mit der Gewalt eines unerwarteten Vulkanausbruches auf sich zieht.

 

Wolfgang Heyer — Poetry Slam Dornbirn
Die Heyer-Brüder machen den Slam in Ravensburg, und welcher von Beiden nun welcher Heyer ist, weiß wahrscheinlich nur die Mutter der Beiden. Die zwei sind typische schwäbische Macher und ihr Slam stets ausverkauft und wunderschön. Dank ihres Slams, und dem folgenden Kater, konnte ich mein lang gehegtes Ziel, über die Reling eines Katamarans in den Bodensee zu brechen, erfolgreich verwirklichen. Über ihre Texte und Moderation kann man sich natürlich streiten, oder sich gezwungen fühlen, sich masslos zu betrinken (#katamaran, #bodensee, #seekrank(alkoholinduziert), Wolfgang wird nicht weiterkommen, deswegen natürlich mächtig weinen, aber was soll’s, er ist dabei und das ist wichtig!

 

Matti Seydel — Heimfeld ist Reimfeld Hamburg
Der ehemalige semi-professionelle Computerspiele-Spieler (das gibt’s!) wohnt in Hamburg, ist vielleicht zu klug für diese Welt, zumindest sein Humor, aber ich mag sowas ja tierisch. Ich weiß nicht, ob er Tiergeschichten hat, aber ich würde sie mir gern anhören, genauso wie seine Meinung zu allem möglichen Themen, aber leider bekommt man ihn ganz schwer losgelöst von seinem Gameboy oder wie das heißt. Und wer weiß, wenn die Jury politisch inkorrekt mag, kommt er sogar vielleicht weiter.

 

Christian Weiblen — Grand Slam Augsburg
Christian Weiblein ist leider zu begabt, um nur Slam zu machen, außerdem zu gutaussehend. Er macht lieber die Belegschaft der Augsburger Theater erfolgreich mit seinem Charme verrückt. Beinah wäre er letztes Jahr im wunderschönen Augsburg #slam2015 Bayernmeister geworden, aber nur beinah, aber seinem bein-nah wäre ich gerne. Seine Kurzgeschichten verfügen über diese sympathische Skurrilität eines Dadaisten, der gut aussieht #äußerstselten, und werden getragen von einer ebenso seltenen Herzenswärme, die Schwiegermütter mit den Lippen zittern lässt. Und würde er mich mehr mögen, käme er hier auch ins Finale, aber dafür ist sein Geschmack einfach viel zu gut.

 

Coo Pájaro — Dichterkrieg Köln
Coo Pájaro kommt aus Essen und studiert Chemie. Name, Herkunft und Studium mag ich nicht, noch weniger mag ich es, wenn ich keine Videos finde, um meine profunde Meinung irgendwo aufzuhängen, drum lass ich einfach folgenden Satz von Coo sprechen. “Mein Einhorn ist genau dieser Glaube an die Liebe, weil er jede Bekanntschaft zu etwas besonderem macht.” Und schon fühle ich mich wieder wie damals, an der Reling des Katamarans.

 

Sven Stickling — Laberrhabarber Lemgo
Genau wie der Laberrhabarber Slam in Lemgo und Lemgo an sich nimmt sich auch Sven Stickling zu wichtig. Das Gleiche kann man auch vollkommen zurecht von mir behaupten, und schon erkennen wir das Problem. 2 Hähne, aber nur einer kann der echte Bär sein, oder Katze oder Känguruh. Es tut mir leid, aber ich habe einfach kein Einhorn der Liebe, sondern nur bittere Erinnerungen an einen Katamaran.

 

Sarah Lau — U20.14 Poetry Slam Berlin
U20-Slammer. In mir erwacht immer die Erkenntnis, wie wichtig und schön es ist, junge Menschen mit einem selbstgeschriebenen Text auf einer Bühne zu sehen, und das Fühlen des eigenen Alters, ich nehme ein Fernglas und versuche zu erkennen, was sie mir sagen wollen, verstehe nichts und ich finde das Lächeln meiner Oma auf meinem Gesicht, das sie immer trug, wenn ich ihr vom Schachspielen erzählte.

 

Alex Burkhard — Freisinger Poetry Slam
Alex Burkhard lebt mit seiner Entschuldigung zusammen, bei manchen ist es die Freundin, warum sie nicht zum Slam kommen können, bei ihm ist es sein Hund “Ibsen”, der mindestens genauso nett wie Alex ist, und inzwischen schon fast genauso berühmt. Er macht in München Lesebühnen und ist großer Fussballexperte und Daueraspirant für alle Titel aller Meisterschaften, an denen er teilnimmt, sollte er einen Hundesitter finden, der Ibsens hohen Ansprüchen genügt. Sicher ist, daß ich dem Slam immer dankbar sein werde, ihn kennengelernt haben zu dürfen.

 

Diego Hagen — LM Mecklenburg-Vorpommern
Die Landesmeisterschaft Mecklenburg-Vorpommern (MV) verzichtet inzwischen darauf, das Finale per Video anderen Menschen zugänglich zu machen, und das vollkommen zurecht. Ich entdecke keine Seite der LM 2014, aber im Finale 2013 kannte ich keinen einzigen Teilnehmer. Der diesjährige Gewinner ist der letztjährige Gewinner und niemand kennt ihn (das Sachsen-Anhalt-Paradoxon, obwohl ich mit Jan-Hendrick Heyne befreundet bin, aber das ist privat). Diego Hagen ist erstaunlicherweise gar nicht so schlecht, aber auch nicht gut genug, um hier weiterzukommen. Ich nehme hiermit Alles, was ich über die LM Thüringen gesagt habe zurück.

 

Helge Albrecht — Statt-Gespräch Neumünster
Helge wurde letztes Jahr bereits von mir besprochen, und er ist wirklich nett und wirklich witzig und jung. Leider hatte ich zu selten das Vergnügen und was der Junge macht, wenn er nicht auf Slam Bühnen ist, keine Ahnung, aber hier sag ich mal, hat er reale Chance weiterzukommen.

 

Noah Klaus — Rosi’Slam Berlin
Noah Klaus klingt wie eine Mischung aus Marque-Regnier Hübscher und Wwalt Koslowski und wird vom wunderschönen Rosis Slam geschickt. Ich hab nur Videos angeguckt und ich hasse Slam Videos angucken, aber diese Mischung ist natürlich witzig, keine Frage, und sollte er nicht weiterkommen, bleibt Noah, außer nackt und betrunken rumzuliegen #bibel #witzedieniemandversteht, die schöne Erkenntnis meinerseits, das er es auch in keiner anderen Runde geschafft hätte.

 

Mein Tipp fürs Weiterkommen:
Christian Weiblein, Noah Klaus und hoffentlich nicht AIDA #künstlerischeDifferenzenbeipersönlicherSympathie

Folgt dem SLAM 2014 auch bei Facebook und bei Twitter.

Gepostet am
Von André Herrmann