SLAM 2014

Slam in DresdenEinzelwettbewerbTeamwettbewerbRahmenprogrammRoad to SLAM 2014

Was ist Poetry Slam? Und warum ist sowas in Dresden?

„Wer von Euch war noch nie auf einem Poetry Slam?“ ist die erste Frage, die der Moderator eines solchen dem Publikum in der Regel direkt am Anfang stellt. Wenn sich dann Leute melden, erklärt er kurz, was den/die geneigte/n Zuschauer/-in erwartet.

„Poetry Slam ist ein moderner Wettstreit der Dichter/-innen, bei dem das Publikum selbst die Rolle des Richters übernimmt.“

Ob es sich beim Vorgetragenen um ein Gedicht handelt, ob es eine Kurzgeschichte oder ein Rap ist, ob jemand ein Lautgedicht über die Unterhaltung zweier Kühe – „Muh? – Muh!“ – vorträgt oder fünf Minuten schweigt, ist erst einmal egal.

Der Text muss selbst geschrieben sein. Und das Publikum muss es gut finden.

Als Marc Kelly Smith das Format Poetry Slam in den Achtzigern in einem Jazzclub in Chicago erfand, in dem Al Capone einen eigenen Tisch gehabt haben soll, ahnte er sicherlich nicht, dass er damit eine weltweite Bewegung ins Rollen brachte, die nach dreißig Jahren ganze Hallen füllt.

In Deutschland wird der Poetry Slam im Jahr 2014 nun 20 Jahre alt. Seit 18 Jahren gibt es deutschsprachige Meisterschaften, der Höhepunkt des Slam-Jahres, wo sich die Poeten und Poetinnen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum an wechselnden Orten treffen, um unter sich den Meister oder die Meisterin zu küren. Schön, dass sie sich dieses Jahr Dresden ausgesucht haben.

Dresden ist gewissermaßen eine Pionierstadt in Sachen Poetry Slam. So ist der seit 2004 stattfindende „Grand Slam of Saxony“ die älteste Landesmeisterschaft überhaupt. Monatlich besuchen bis zu 1.000 Zuschauer die Slam-Veranstaltungen des livelyriX e.V. in der scheune, die Veranstaltungen der Poetenflüsterer in der Schauburg oder die vielen anderen Slams, Lesebühnen und offenen Bühnen der Stadt.

Viele Poeten/-innen waren in den vergangenen 13 Jahren schon in Dresden, aber bei weitem nicht alle. Das ändert sich jetzt. Ende Oktober 2014 rollt sie an, die „Slamily“, dieser bunte Haufen aus Geschichtenerzählern und Lyrikern, aus Verse-Hin-Spuckern und Zeilenstreichlern, aus Alliterations-Anbetern und Pointen-Setzern, aus „Es ist schön“-Rufern und Nie-zum-Ende-Kommen-Wollern.

An fünf Tagen, in sechs Locations und mit über 20 Veranstaltungen feiert die Slam-Szene und lädt alle herzlich ein, daran teil zu nehmen. So dass danach jeder Dresdner auf die Frage „Wer von Euch war noch nie auf einem Poetry Slam?“ nur antworten kann mit: „Also ich war schunn ma da!“

Der Einzelwettbewerb

Die deutschsprachigen Meisterschaften bilden einen Querschnitt durch die Slam-Landschaft Deutschlands, Österrreichs, der Schweiz und Luxemburgs.

Insgesamt gibt es mittlerweile über 250 regelmäßige Slams im gesamten deutschsprachigen Raum. Im Vorfeld wurde durch ein Ranking bestimmt, welche regionalen Slams einen Vertreter schicken dürfen, dazu kommen die Finalist/-innen der mittlerweile eigenständig organisierten U20-Meisterschaften und die Gewinner/-innen der Landesmeisterschaften.

Daraus ergibt sich im Einzelwettbewerb ein Starterfeld von 120 Teilnehmer/-innen. Die Besten der Besten. Diese werden in 10 Vorrunden, 3 Halbfinals und einem Finale gegeneinander antreten.

Abgestimmt wird über eine Publikums-Jury. Der/ Die Sieger/-in wird am Freitagabend im Alten Schlachthof ermittelt und erhält als Preis den traditionellen Wanderstock sowie den ehrwürdigen Titel deutschsprachiger/e Meister/-in im Poetry Slam.

 

Genaueres zum Ablauf der Runden findet sich hier.
Die Regeln des Einzelwettbewerbes kann man hier nachlesen.

Der Teamwettbewerb

Die zweite große Entscheidung bei den deutschsprachigen Meisterschaften wird im Teamwettbewerb gefällt. 20 Poetry Slam Teams von zwei bis fünf Mitgliedern werden in 2 Halbfinals und einem Finale um den Titel des deutschsprachigen Meisters und einen Siegerkranz kämpfen. Der Team-Slam besticht durch Vielfalt und Performance-Reichtum und wird nicht umsonst von einigen als heimliche Königsdisziplin des Poetry Slam bezeichnet.

Die große Neuerung des SLAM 2014 besteht darin, dass das Finale des Team-Wettbewerbs den Abschluss des Festivals am Samstagabend markiert. Auch hier entscheidet eine Publikums-Jury.

Austragungsort des Finals ist das ehrwürdige Staatsschauspiel Dresden.

 

Genaueres zum Ablauf der Runden findet sich hier.
Die Regeln des Teamwettbewerbes sind hier nieder geschrieben.

Das Rahmenprogramm

Poetry Slam ist ein Veranstaltungsformat und unterliegt einigen Regeln, wie dem Verzicht auf Gesang oder Hilfsmittel. Viele der Teilnehmer/-innen verfügen aber auch über andere Talente, beherrschen Instrumente oder sind eigentlich Gangsta-Rapper. Im vielseitigen Rahmenprogramm kann man sich davon überzeugen.

Am Ende jedes Veranstaltungstages gibt es deswegen spezielle Slams, wo die, die des Auftretens noch nicht müde geworden sind, ihr Können in anderen Disziplinen messen können.

Mittwoch: Song Slam in der Scheune
Donnerstag: Rap Slam in der Groove Station
Freitag: SLAM 2014 Awards in der Scheune

 

Bereits am Dienstag-Abend werden bei der Eröffnungsgala im Kleinen Haus die Sieger des Vorjahres und einige spezielle Ehren-Gäste einen Vorgeschmack auf das Festival und auch einen Ausblick darauf geben, was aus Poetry Slam noch so alles werden kann.

 

Am Samstag-Abend nach dem Team-Finale lädt die Slamily dann zum Feiern in die Scheune ein.

Road to – Veranstaltungen

Bereits im Vorfeld der deutschsprachigen Meisterschaften gibt es in Dresden als auch in Leipzig einige unsere liebsten Poet/-innen in Sonderveranstaltungen zu bestaunen. Um die Wartezeit zu verkürzen und um Vorfreude auf den SLAM 2014 zu schüren.

Hier einige ausgewählte Daten im Überblick:

  • 14.3. Buchmessenslam Schweiz-Deutschland, Schauspiel Leipzig
  • 10.04. Leipzig-Berlin-Battle, Musikalische Komödie Leipzig
  • 22.04. Leipzig-Berlin-Battle, SO36 Berlin
  • 06.06. Poetry Slam Stadtmeisterschaft, Distillery Leipzig
  • 03.08: Grand Slam of Saxony, Saloppe Dresden
  • 24.10: Best of Poetry Slam, Musikalische Komödie Leipzig

 

Die regulären Slam-Veranstaltungen in Dresden und Leipzig finden selbstverständlich zusätzlich auch noch statt.

Was für ein Jahr!